Früher was es völlig normal, seine Ohrlöcher mit einer Pistole im Kaufhaus oder beim Juwelier geschossen zu bekommen. Hilde selbst hat das Spiel ein paar Mal mit ihrer Mutter gespielt und immer unter Tränen nach dem Ersten abgebrochen.
Das Schiessen von Ohrlöchern, auch in den Ohrläppchen, sollte ihres Erachtens nach verboten werden, im Folgenden nennt sie ein paar Punkte, wieso sie dieser Auffassung ist. 

 

Ohrlöcher

Punkt 1 wieso eigentlich niemand etwas von Ohrlochpistolen zum stechen von Ohrlöchern (geschweige denn Knorpelpiercings) halten sollte: 
Man kann diese Pistolen nicht sterilisieren. 
Die Pistolen bestehen aus Plastik und können somit nicht im Autoklav sterilisiert werden, da sie schmelzen würden. Ein 'abwischen’, der sich unvermeidlich daran befindlichen Haut- und Blutpartikel der Kunden ist nicht effektiv. Gleiches gilt für ein 'Desinfektionsbad’ - Piercingutensilien hingegen werden, so sie nicht sowieso zum Grossteil Einweg sind, bei uns nach jedem Gebrauch sterilisiert.
Wer mit einer Ohrlochpistole pierct, nimmt in Kauf, dass er/sie Blutkrankheiten wie zum Beispiel Hepatitis an seine Kunden übertragen kann.

Punkt 2: Ohrlöcher schießen ist für den Kunden in der Regel unangenehmer. Dies liegt an der Art und Weise wie diese Ohrlochpistolen funktionieren. Man setzt den in einer Plastikkartusche sitzenden Schmuck in die Pistole ein und nimmt das Ohrläppchen zwischen den Stecker (also den Kopf und den Part der im Ohr sitzt) und den Verschluss. Daraufhin wird der Auslöser betätigt und der Stecker wird mit seinem stumpfen Ende einfach mittels Druck durch das Gewebe gejagt. 
So entsteht kein anständiger Stichkanal, sondern das Gewebe wird lediglich durch stumpfe Krafteinwirkung verdrängt bzw. zertrümmert. Hierdurch entsteht auch der Druckschmerz im Nachhinein, welcher bei einem richtigen Piercing in der Regel nicht gegeben ist. Das Gewebe wird traumatisiert und neigt gerne zu einer ‘Knubbelbildung’
Bei einem Piercing verwende ich neue, steril verpackte Einwegnadeln, welche schön scharf/spitz geschliffen sind und somit einen sauberen Stichkanal generieren können.

Punkt 3 ist der minderwertige Schmuck, welcher beim schießen eingesetzt wird. Landläufig wird der Ersteinsatz gerne 'Medizinstecker’ genannt. Dadurch wird begrifflich eine 'Sicherheit’ für den Kunden konstruiert, die es nicht gibt. Häufig sind die Stecker aus Silber oder Chirurgenstahl  und somit nickelhaltig. Die Länge der Stecker reicht meist nicht aus, um die auftretende Schwellung auszugleichen. Oder der Verschluss wurde so fest auf den Stecker gesetzt, dass dieser die Schwellung sogar noch begünstigt. Dies hat außerdem zur Folge, dass Wundsekret nicht ablaufen kann, wenn die Ein- bzw. Austrittslöcher durch den Verschluss 'verstopft’ sind.

 
 

Punkt 4: Man hat keine genaue Kontrolle über den Stichkanal. Bei einem Piercing kann ich/der Piercer den Winkel des Stichkanals genau selbst bestimmen. Bei der Pistole hat man durch den Schuß den Winkel des Steckers/des Piercings nicht unter Kontrolle.

 
 

Punkt 5: Man sollte im Hinterkopf behalten, dass Juweliere, Schmuckläden etc. in der Regel keinen separaten Raum haben, der den Hygieneanforderungen an ein Piercingstudio entspricht. Außerdem verfügen Mitarbeiter eines Modeschmuckladens in der Regel nicht über das erforderliche Wissen und die Erfahrung in puncto Verträglichkeiten von Schmuckarten, Hygiene oder Nachsorge. 
Die Angestellten haben häufig, wenn überhaupt, nur ein 1-Tages-Seminar belegt, in dem die Handhabung der Pistole erklärt wird. 
Ich hingegen besuche regelmässig Workshops, um mich weiter zu bilden und beschäftige mich täglich mit der Qualität von Schmuck, Nachsorge von Kunden oder Hygienevorschriften.

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